Lebensmittel mit Etiketten kennzeichnen
Die Produktkennzeichnung von Lebensmitteln ist nicht nur eine gesetzliche Pflicht nach der Lebensmittelinformationsverordnung, sondern auch ein entscheidender Faktor für das Vertrauen der Kunden. Etiketten vermitteln wichtige Details zu Zutaten, Nährwerten, Haltbarkeit und Herkunft des Produkts. Darüber hinaus können sie die Verpackung mit erstaunlichen Funktionen bereichern. Dieser Beitrag erläutert, worauf Hersteller aus der Lebensmittelindustrie bei der Etikettierung achten müssen und welche modernen Kennzeichnungssysteme den Prozess effizient und sicher gestalten!
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Inhaltsverzeichnis
- Lebensmittelkennzeichnung – warum ist sie so wichtig?
- Verbraucherinformationen
- Rückverfolgbarkeit
- Marketing und Werbung
- Marken- und Produktschutz
- Erstöffnungs- und Manipulationsschutz
- Logistikoptimierung
- Welche Angaben müssen Lebensmittelverpackungen enthalten?
- Die richtigen Lebensmittel-Etiketten wählen
- Lebensmittel etikettieren – manuell, halbautomatisch oder vollautomatisch?
- Direktkennzeichnung als Alternative zur Etikettierung
Lebensmittelkennzeichnung – warum ist sie so wichtig?
Kennzeichnungen auf Lebensmitteln müssen nicht nur bestimmte Pflichtangaben abbilden, sondern sollen auch industrielle Abläufe verbessern und nicht zuletzt den Verbrauchern gefallen. Selbstklebende Etiketten eignen sich hervorragend dafür, all dies miteinander zu verbinden. Sie erfüllen eine Vielzahl wichtiger Funktionen, die wir im Folgenden näher erläutern möchten.
Verbraucherinformationen
Lebensmittel-Kennzeichnung dient dem Schutz der Verbraucher und schafft Vertrauen. Die Lebensmittel sind mit Angaben zu Inhaltsstoffen, Eigenschaften des Lebensmittels, Zusatzstoffen, Allergenen, genetisch veränderten Organismen, Energie, Zucker, Fett, Salz, Zutaten, Mindesthaltbarkeitsdaten und Herkunft gekennzeichnet. Verbraucher schätzen eine transparente Kennzeichnung und sind oft bereit, mehr Geld für ein hochwertiges Produkt auszugeben.
Alle Lebensmittel-Hersteller sind verpflichtet, bestimmte Angaben auf der Verpackung in gut lesbarer Form – mittels Direktdruck oder Etiketten – anzubringen. Es gelten einheitliche Maßstäbe in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union.
Rückverfolgbarkeit
Das Etikett als Kennzeichnungsträger sichert die Rückverfolgbarkeit. Das bedeutet, dass sich das Produkt über alle Produktions-, Verarbeitungs- und Vertriebsstufen zurückverfolgen lässt. Zur Identifizierung einzelner Chargen eignet sich die Losnummer (auch Chargennummer genannt). Es handelt sich dabei um eine Nummer, die auf allen Verkaufseinheiten vermerkt ist, die unter gleichen Bedingungen hergestellt wurden. Sie besteht aus Ziffern, Buchstaben oder einer Kombination aus beiden und beginnt in der Regel mit einem “L”. Die Losnummer ist unter anderem bei einem notwendigen Warenrückruf extrem wichtig.
Marketing und Werbung
Das Lebensmitteletikett ist ein wichtiger Werbeträger, der dazu dient, den Absatz eines Produkts zu fördern. Es kann Aufmerksamkeit erzeugen, Sympathie wecken und für Wiedererkennungseffekte sorgen. Oft sind appetitliche Serviervorschläge, kreative Rezeptideen oder interessante Gesundheitsaspekte darauf abgebildet. Auch aufgedruckte Promotion-Angebote wie Gewinnspiele und Aktionscodes können besondere Kaufanreize schaffen.
Marken- und Produktschutz
Marken- und Produktschutz garantieren die Unverwechselbarkeit von Produkten. Etiketten bieten die Möglichkeit, Waren effektiv gegen Produktpiraten zu wappnen, um Verbraucher zu schützen sowie Markeninhaber vor Verkaufsverlusten und unberechtigten Produkthaftungsklagen zu bewahren. Durch individuell entwickelte Etiketten mit besonderen Merkmalen wie zum Beispiel Hologrammen, Farbkipp-Effekten, Bruchetikettenmaterialien, Siegeletiketten oder versteckten Inhalten (zum Beispiel eingebaute Fäden oder spezielle Farben) wird die Fälschung eines Produktetiketts erschwert oder unmöglich gemacht.
Erstöffnungs- und Manipulationsschutz
Um den Verbraucher- und Produktschutz weiter zu erhöhen, gibt es Etiketten mit Erstöffnungsschutz. Sie zeigen an, wenn ein Produkt bereits geöffnet wurde. Etiketten sind hier eine sehr zuverlässige Lösung, da unverwechselbare Inhalte eingearbeitet werden können. Hierzu dienen beispielsweise Verschlusssiegel in Sonderformen oder Etiketten mit speziellen Perforationen, die beim Öffnen reißen. Auch Etikettenmaterialien, die sich nicht vollständig vom Produkt lösen lassen, sondern in viele kleine Bestandteile zerbrechen, bieten einen zuverlässigen Manipulationsschutz. Sogenannte Void-Etiketten hinterlassen einen unverwechselbaren Schriftzug auf dem Produkt, wenn sie abgelöst werden. Ein Wiederverkleben ist ausgeschlossen.
Logistikoptimierung
Industrielle Kennzeichnungen sind ein zentrales Bindeglied zwischen dem Produkt und den Abläufen in Logistik und Handel. Moderne Lieferketten sind darauf angewiesen, jedes einzelne Produkt zu jedem Zeitpunkt eindeutig identifizieren zu können – sei es für das Versenden zum Handelspartner, für das automatisierte Einlagern und Kommissionieren oder das Scannen an der Supermarktkasse. Ein Must-have für jedes Verkaufsprodukt ist die GTIN-Artikelnummer, die alle hinterlegten Produktdaten wie z. B. Bezeichnung, Gewicht und Warengruppe verschlüsselt und für die Listung im Handel unerlässlich ist. Kartons und Paletten, die für den Transport und die Lagerung von Lebensmitteln verwendet werden, können mit Logistiketiketten wie dem SSCC-Label versehen werden, um die Daten aller enthaltenen Produkte mit nur einem Scan zu erfassen. Im E-Commerce-Bereich sorgen zudem Versandetiketten für die schnelle Zusendung an Kunden.
Welche Angaben müssen Lebensmittelverpackungen enthalten?
Die europäische Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV) schreibt vor, welche Informationen zwingend auf Lebensmittelverpackungen zu finden sein müssen:
Verkehrsbezeichnung
Das Produkt muss eindeutig und sachlich beschrieben sein, sodass jeder versteht, um welches Lebensmittel es sich handelt.
Zutatenverzeichnis
Information über enthaltende Zutaten müssen in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils aufgelistet werden. Auch die 14 relevantesten Allergene müssen in der Zutatenliste genannt werden, sofern sie enthalten sein können.
Füllmenge
Die enthaltene Menge des Produkts ist nach Stückzahl, Gewicht in Gramm bzw. Kilogramm oder bei Flüssigkeiten in Milliliter bzw. Liter anzugeben.
Mindesthaltbarkeitsdatum oder Verbrauchsdatum
Das MHD gibt an, wie lange das Produkt (ggf. unter bestimmten Aufbewahrungsbedingungen) seine gewünschte Qualität beibehält. Auf bestimmten Produkten (z. B. rohem Fleisch) ist ein Verbrauchsdatum anzugeben, nach dessen Ablauf das Lebensmittel nicht mehr verzehrfähig ist.
Nährwerte
Die folgenden Nährwertangaben sind in einem übersichtlichen Format (meist als Tabelle) und in der vorgeschriebenen Reihenfolge aufzulisten: Brennwert (in kJ und kcal), Fett und davon gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate und davon Zucker, Eiweiß sowie Salz. Freiwillig dürfen Nährwerte wie Ballaststoffe, Vitamine oder Mineralstoffe ergänzt werden, sofern sie in signifikanten Mengen enthalten sind.
Losnummer
Mit ihr lässt sich zurückverfolgen, wann und in welcher Charge das Produkt erzeugt, hergestellt und verpackt wurde.
Name und Adresse
Der Name und die Adresse des Herstellers, Verpackers oder Verkäufers müssen ersichtlich sein.
Diese Pflichtangaben müssen mindestens in der Amtssprache des Landes, in dem das Produkt verkauft wird, an einer gut sichtbaren Stelle, leicht lesbar und dauerhaft angebracht sein.
Der Kaufpreis ist entweder auf der Verpackung oder in der Nähe der Ware, z. B. am Regal, anzugeben. Bei allen Lebensmitteln, die nach Gewicht oder Volumen verkauft werden, muss auch der Grundpreis (Preis pro 100 g oder pro 1 kg bzw. für Flüssigkeiten Preis pro 100 ml oder pro 1 l) ausgewiesen sein.
Darüber hinaus können Hersteller freiwillige Kennzeichnungen auf ihren Verpackungen nutzen. Dabei handelt es sich um zusätzliche Angaben, die dem Kunden einen Mehrwert bieten sollen. Beispiele sind die erweiterte Nährwertkennzeichnung mit dem Nutri-Score, einschlägige Bio-Siegel, das Vegan-Label oder der CO2-Fußabdruck.
Die richtigen Lebensmittel-Etiketten wählen
Bei der Auswahl der passenden Etiketten für Lebensmittelprodukte müssen vorab alle Anforderungen des Herstellers sowie die Gegebenheiten in seiner Produktionsumgebung genau ermittelt werden.
Lebensmittelrechtliche Bestimmungen
- Materialien und Klebstoff der Etiketten dürfen keine gesundheitsgefährdenden Stoffe über die Verpackung in das Lebensmittel abgeben
- Bei direktem Lebensmittelkontakt dürfen spezifische Migrationsgrenzwerte nicht überschritten werden
- Kann der Etiketten-Lieferant eine Konformitätserklärung vorlegen?
Produktions- und Lagerbedingungen
- Welche Fertigungsschritte finden vor und nach der Etikettierung statt?
- Herrschen bei der Etikettierung besonders warme oder kalte Temperaturen?
- Sollen die Etiketten auf Tiefkühlprodukte angebracht werden?
- Müssen die Etiketten auf feuchten oder fettigen Oberflächen haften?
Verpackungseigenschaften
- Aus welchem Material besteht die Verpackung?
- Wie wird die Verpackung von Verkäufern und Kunden gehandhabt?
- Welche Funktionen und Merkmale soll das Etikett aufweisen?
Auf Basis dieser und weiterer Entscheidungskriterien können Etikettenmaterial und Klebstoff ideal auf den Anwendungsfall abgestimmt werden. Papieretiketten gelten als wirtschaftliche und umweltfreundliche Lösung für viele Standardanwendungen. Sie sind vielseitig einsetzbar und lassen sich kontrastreich bedrucken. Jedoch sind sie in der Regel nicht wasser- und reißfest. Folienetiketten aus PP-, PE- oder PET-Material sind etwas teurer, aber deutlich robuster sowie extrem widerstandsfähig gegen Wasser, Fette und Chemikalien. Sie passen sich flexiblen Verpackungen besser an, können hochwertiger wirken und erlauben einen transparenten No-Label-Look. Darüber hinaus gibt es weitere Spezialetiketten, die z. B. bestimmte Sicherheitsmerkmale aufweisen, kompostierbar sind oder aus besonders nachhaltigen Materialien gefertigt sind.
Die Möglichkeiten für individuelle Formen, Größen und Vordrucke sind nahezu unbegrenzt. In professionellen Etikettenproduktionen wie bei Bluhm Systeme können verschiedenste Arten für Etiketten auch für den industriellen Bedarf in hohen Auflagen hergestellt werden. Kontaktieren Sie uns gerne für ein Angebot – wir freuen uns auf Ihre Anfrage!
Lebensmittel etikettieren – manuell, halbautomatisch oder vollautomatisch?
Bei sehr kleinen Stückzahlen kann es ausreichen, Verpackungen mit Etiketten aus dem Etikettendrucker per Hand zu etikettieren. Wer farbige Etiketten professionell selbst drucken möchte, kann dafür einen Farbetikettendrucker verwenden. Für schwarz/weiße Barcode-Etiketten stehen Thermotransferdrucker zur Verfügung.
Für zylindrische Produkte wie Flaschen, Gläser und Dosen mit mittleren Chargengrößen bieten sich halbautomatische Etikettiermaschinen wie die Geset 141 an, bei der die Produkte in eine Etikettiervorrichtung gelegt werden, wo sie dann automatisch rundum etikettiert werden. Dies geht deutlich schneller und sorgt für gleichmäßigere Ergebnisse als die manuelle Etikettierung.
Für industriell hergestellte Lebensmittel mit großen Stückzahlen kommen vollautomatische Etikettiersysteme in den Fertigungs- und Verpackungslinien zum Einsatz. Spezielle Etikettieranlagen besitzen Module, über die sie die auf dem Förderband herannahenden Produkte eigenständig aurichten und an mehreren Seiten etikettieren. Für ebene Produkte und Kartons gibt es automatische Etikettenspender (bei vorgedruckten Etiketten) oder Etikettendruckspender (jedes Etikett wird vor dem Applizieren individuell bedruckt), die das Etikettieren am Förderband übernehmen.
Direktkennzeichnung als Alternative zur Etikettierung
Statt übers Etikett können Lebensmittelkennzeichnungen auch mittels Direktdruck oder Laserbeschriftung auf Verpackungen aufgebracht werden. Dies eignet sich vor allem für wechselnde Produktionsdaten, 2D-Codes, Logistikinformationen und einfache Grafiken. Die Vorteile liegen in günstigeren Betriebskosten, schnelleren Druckgeschwindigkeiten und weniger Abfall durch Trägermaterial.
Die folgenden Technologien eignen sich optimal für Direktkennzeichnungen:
Kennzeichnungslösungen für die Lebensmittelindustrie
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